Frauenstadthaus Bremen

Standort
Eines der ersten GUZ in Deutschland entstand im Stadtteil Peterswerder nahe der Innenstadt von Bremen. Der Standort ist gut mit dem ÖPNV zu erreichen. Die einstige Stadtruine, ein ehemaliges Fabrik-, Bau- und Wohngebäude, hat den typischen Charme der Bremer Häuser aus dem vorletzten Jahrhundert. Sie wurde mit viel Liebe zum Detail von Bauhandwerkerinnen unter ökologischen und baubiologischen Gesichtspunkten modernisiert.

Struktur und Leistungsangebot des Zentrums
Das Frauenstadthaus Bremen vermietet Büros, Praxen, Bewegungsräume, Seminarräume und ein Atelier von 10 bis 120 qm Größe ohne Zeitbegrenzung an zur Zeit 12 selbständige Frauen. Alle Etagen verfügen über Sanitäreinrichtungen und Teeküchen. Eine gemeinschaftlich genutzte Kochküche befindet sich in der Nähe einer Dachterrasse. Den Mittelpunkt des Gebäudes bildet ein Raum mit Kopierer, Faxgerät und zentralen Postfächern. Hier ist auch der Zugang zum Büro der Geschäftsführerin. Das Haus hat einen Konferenzraum und einen eigenen Parkplatz.
Die Mieten liegen zwischen 5,11 und 7,42 EUR/qm nettokalt, hinzukommen Betriebs- und Heizkosten von 1,52 bis 1,86 EUR/qm monatlich. Die Nutzung der Infrastruktur wird individuell abgerechnet. Bislang haben 97 % der im Frauenstadthaus gegründeten Unternehmen überlebt.

Finanzierung
1989 wurde das Gebäude für rd. 250 TEUR ersteigert. Der Umbau kostete ca. 900 TEUR. Privatkapital, Kredite und öffentliche Mittel konnten vorteilhaft miteinander verknüpft werden:
Der Frauenstadthaus-Fonds war Finanzierungsinstrument und langfristige Geldanlage von Frauen für Frauen (15 Jahre Gesamtlaufzeit, Zeichnungen ab 2.500 EUR, 5 % Verzinsung p.a. nach Ende der Bauzeit). Die Frauenstadthaus GmbH ist Käuferin und Eigentümerin des Frauenstadthauses. Die Hauptgesellschafterin an der GmbH ist der "Frauenstadthaus Integratives Wohn- und Arbeitsprojekt für Frauen e. V." Der Verein hält 89 % des Grundkapitals der GmbH; die restlichen 11 % halten einzelne Frauen mit unterschiedlich hohen Anteilen. Somit ist der Verein Hauptgesellschafter. Eine Zwangsmitgliedschaft für Mieterinnen gibt es nicht. Das Frauenbauprojekt von 1989 bis 1992 qualifizierte etwa 35 Handwerkerinnen und wurde von senatorischen Behörden des Landes Bremen, der Bundesanstalt für Arbeit und dem Europäischen Sozialfonds unterstützt. Darüber hinaus gab es Zuschüsse für Denkmalpflege und für ökologische Komponenten. Ein Kredit wurde bei der GLS Gemeinschaftsbank eG aufgenommen. Mit Abschluss der Umbauarbeiten finanziert sich die Frauenstadthaus GmbH ausschließlich über die Mieteinnahmen. Der Frauenstadthaus-Fonds beteiligte sich in Form einer stillen Gesellschaft an der GmbH. Er war auf 15 Jahre angelegt und wurde zum 31.12. 2004 aufgelöst. Die Frauenstadthaus GmbH führt die laufenden Geschäfte. Die Gesellschafterinnenversammlung der Frauenstadthaus GmbH hat ein "Geschäftsführendes Gremium" (GG) eingesetzt. Es stellt die Weichen für Mietkriterien, Mietentwicklung, Re-Investitionen und Finanzierung. Das GG ohne eigenen Rechtsstatus setzt sich aus dem Vorstand des Vereins, der hauptamtlichen Geschäftsführerin der GmbH und der Vertreterin der Mieterinnen zusammen. Letztere hat ein Vorschlagsrecht und sorgt für Transparenz zwischen Gremium und Mieterinnen. Im Tagesgeschäft wird die GmbH durch eine hauptamtliche Geschäftsführerin vertreten.

Beim Frauenstadthaus e. V. ist die ideelle Trägerschaft angesiedelt. Hier werden u. a. Konzepte entwickelt und in kooperativer Gemeinschaft Veranstaltungen für Existenzgründerinnen geplant. Der Verein ist Impulsgeberin für Initiativen, die die eigentliche Geschäftstätigkeit der GmbH nicht berühren. Der Mieterinnenrat trifft sich monatlich auf freiwilliger Basis, um Anliegen im Bereich Hausnutzung oder Öffentlichkeitsarbeit zu besprechen. Er ist ein strukturierendes Element des Hauses.

Kontakte und Vernetzung
Das Frauenstadthaus Bremen ist Mitinitiatorin des Netzwerks der Gründerinnen- und Unternehmerinnenzentren in Deutschland. Regional bestehen Kooperationen zum Thema Existenzgründung. Veranstaltungen zu verschiedenen Themen werden in Zusammenarbeit mit Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen durchgeführt.

Zukunft
Erfolgsfaktoren sind die Unabhängigkeit von öffentlicher Finanzierung, der attraktive Standort, das attraktive Gebäude, die überschaubaren und kurzen Wege sowie das unkomplizierte Miteinander. Die Geschäftsführerin vor Ort ist fast immer ansprechbar. Billigangebote auf dem Immobilienmarkt stellen eine wirtschaftliche Herausforderung für das Frauenstadthaus dar.

"Wir wissen und haben erfahren, wie mächtig Wünsche, Kooperationen und gemeinsame Visionen sein können."
(Heidi Eikermann, ehemalige Geschäftsführerin und Mitinitiatorin des FSH in der Festrede zum zehnjährigen Bestehen des FSH, Dez. 1999)

Kontakt
Frauenstadthaus
Modernisierungs-, Verwaltungs- und Vermietungsgesellschaft mbH
Geschäftsführung: Vera Vöhl
Am Hulsberg 11
28205 Bremen
Tel. 0421/49 89 500
Fax 0421/49 48 54
e-mail: info(at)frauenstadthaus(dot)de
www.frauenstadthaus.de